Stolze Anlage mit begehbarem Brunnenstollen

Burgfeste Dilsberg

Machtbewusster Herrscher

Ruprecht I.

von der Pfalz

Ruprecht I. (1309–1390) war Pfalzgraf und Kurfürst von der Pfalz. Bekannt ist er für seine Gründung der Universität Heidelberg. Auch Dilsberg war seine Idee: Ruprecht gründete die Stadt, um seinen Machtbereich zu festigen und auszubauen. Doch sein Plan ging nicht auf.

Rudolf I., Herzog von Oberbayern und Pfalzgraf bei Rhein; Foto: Foto: Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Rudolf I., der Vater Ruprechts I. von der Pfalz.

Wer war Ruprecht I. von der Pfalz?

Ruprechts Eltern waren Rudolf I., Herzog von Oberbayern und Pfalzgraf bei Rhein, und Mechthild von Nassau, Tochter des Königs Adolf von Nassau. Die Pfalzgrafen bei Rhein gehörten zu den Kurfürsten – den mächtigsten Fürsten in Deutschland, die den König wählen durften. Ruprecht herrschte über die Kurpfalz mit der Residenz in Heidelberg. Hier gründete er 1386 die Universität, die erste auf deutschem Boden. Auch die Stadt Dilsberg geht auf seine Initiative zurück.

Eingang zum Treppenturm der Burgfeste Dilsberg; Foto: Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Markus Schwerer

Ab 1310 im Besitz der Pfalzgrafen bei Rhein.

Wann kam Ruprecht in den Besitz der Burg?

Mit dem Bau der Burg Dilsberg um 1150 wollten die Grafen von Lauffen den Einfluss der Pfalzgrafen zurückdrängen und die Kontrolle über den Neckar erlangen. Nach dem Aussterben der Familie zu Beginn des 13. Jahrhunderts wechselte die Burg den Besitzer: die Herren von Dürn erbten die Burg. Unter ihnen fanden nur wenige Umbauten statt. Um 1310 gelangte sie schließlich in den Besitz der Pfalzgrafen bei Rhein. Ruprecht I. verfügte damit über einen wichtigen Stützpunkt zur Sicherung seines Machtbereichs.

Luftansicht der Burgfeste Dilsberg; Foto: Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Stadt Dilsberg – gegründet von Ruprecht I..

Warum gründete Ruprecht eine Stadt?

Das war eine strategische Entscheidung: Zur Festigung seiner Herrschaft baute Ruprecht I. den Dilsberg zu einem Standort für Militär und Verwaltung aus. Dafür ließ er die Burg erweitern und um sie herum eine Siedlung errichten, der er 1347 das Stadtrecht verlieh. Die Bürger für seine neue Stadt kamen auf Befehl: Bewohner aus umliegenden Gemeinden mussten umsiedeln. Im Gegenzug erhielten sie die Befreiung von Leibeigenschaft und Steuer. Ruprechts Ziel war die Gründung einer bedeutenden Nebenresidenz.

War seine Stadtgründung erfolgreich?

Der Plan des Kurfürsten stieß schnell an seine Grenzen: Der erhoffte wirtschaftliche Aufschwung blieb aus. Der Ort lag zu weit weg von den wichtigen Verkehrs- und Handelswegen. Zudem grenzte eine strikte Kontrolle die städtische Selbstverwaltung sehr ein. Dilsberg wuchs nicht, blieb aber ein Ort, der die Burgfeste instand hielt und ein wichtiges Verwaltungszentrum der Kurpfalz war. Die Burg diente auch als Staatsgefängnis und als Ausgangspunkt für kurfürstliche Jagden.

Heute ein reizvolles mittelalterliches Ensemble.

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