Burgfeste Dilsberg, Blick auf den Treppenturm der Hauptburg

GEFÄNGNIS UND KARZERSCHUTZ VOR GEISTIGEN BRANDSTIFTERN

Ihre dicken Mauern schützten die Feste Dilsberg nicht nur gut vor feindlichen Angriffen. Das Bollwerk eignete sich auch als sicheres Gefängnis. Neben „gewöhnlichen“ Verbrechern und Offizieren wurden hier auch Andersdenkende – „geistige Brandstifter“ – und Studenten in Gewahrsam genommen.

Burgfeste Dilsberg, Treppenturm, Eingang

Eingang zum Treppenturm mit mittelalterlichem Löwen- oder Drachenkopf.

HÄRETIKER IN HAFT

Die Behörden der Kurpfalz inhaftierten 1570 Jacob Suter und Matthias Vehe-Glirius aufgrund ihres Verbrechens. Beide lehnten die Trinitätslehre – die Einheit von Gottvater, Sohn und Heiligem Geist – ab. Suter und Vehe-Glirius fanden sich damit nicht ab: Sie flohen. Doch ihr Versuch war vergeblich. Nach einem Tag wurden sie gefasst. Darauf brachte man sie auf die Feste Dilsberg, von der es kein Entkommen gab. Die Haft verbüßten sie unter recht milden Bedingungen. Im August 1572 ließ man sie wieder frei.

Burgfeste Dilsberg, Kellergewölbe, sogenannter Hexenkeller

Der „Hexenkeller“ diente im 18. Jahrhundert als Karzer für Heidelberger Studenten.

ARRESTZELLE FÜR STUDENTEN

Die Universitäten entstanden im Mittelalter. Was heute vor allem eine Bildungsinstitution ist, war früher mehr: eine Gemeinschaft mit eigenen Freiheiten und Rechten – daher benötigten sie auch einen Karzer. Den „Hexenkeller“ der Feste Dilsberg nutzte die Universität Heidelberg von 1757 bis 1767 als Arrestzelle für aufmüpfige Studenten. Das „Absitzen“ der Haft bei Brot und Wasser war hier wohl besonders unangenehm. Erst im 19. Jahrhundert verloren die Studenten den Respekt vor dem Karzer.

Burgfeste Dilsberg, Kommandantenhaus

Das Kommandantenhaus der Burgfeste Dilsberg.

EIN BADISCHES GEFÄNGNIS

Die Feste Dilsberg fiel 1803 an das Haus Baden. Die neue Herrschaft nutzte die mächtige Anlage als Staatsgefängnis: Die Behörden hielten hier Offiziere, die straffällig geworden waren, in Gewahrsam. Die militärische Arrestanstalt auf dem Dilsberg hatte jedoch keinen langen Bestand. Der Abbruch der Anlage begann in den 1820er-Jahren; sie wurde dem Verfall preisgegeben. Von der Vorburg blieb das malerische Kommandantenhaus erhalten, das später noch einmal als Ortsgefängnis diente.

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